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    Angst vor deutschen Kleinstädten 2.0 introduced #3: ADOLFINA FUCK

    Angst vor deutschen Kleinstädten 2.0  introduced #3: ADOLFINA FUCK

    ADOLFINA FUCK – Für Sie immer noch Frau Fuck!


    Facebook kritisiert meinen Namen als nicht werbefreundlich. Zu viel Adolf. Zuviel F und zu viel UCK. Dabei steht mein guter Name für viel mehr, als nur schlichte Werbeunfreundlichkeit: zum Beispiel für den historisch belegten Versuch britischer Agenten, Hitler mit weiblichen Hormonen unschädlich zu machen. Vom Führer zum Fräulein! Weil die Alliierten damals dachten, dass Frauen „von Natur aus friedfertiger" sind. Fragwürdig. Aber interessant.

    Adolfina, das ist auch „Cultural Appropriation". Von den Nazis geklaut, für meine eigenen finsteren Zwecke missbraucht. Finster, weil mein guter Name lieber für laut, schwarz und dreckig steht – als für quietschig bunt und bekömmlich. Drittens ist mein Name aber auch ein respektvoller Knicks vor den (Polit-)Tunten unserer Zeit: vor Menschen wie Ovo Maltine, vor Jurassica Parka, vor Melitta Sundström oder Patsy l'Amour laLove. Um berühmte zu nennen. Deswegen zu nennen, weil ich ihnen ua zu verdanken habe, dass ich ich sein kann, wie ich bin. Ach, Adolfina du bist ein bisschen wie Pipi Langstrumpf. So viel mutiger, so viel freier und so viel mehr scheiß drauf. Adolfina (Kitzler) das steht nicht zuletzt auch, gemeinsam mit Heinrich Pimmler, für ein erstes wildes Technotänzchen. Damals, mit Susi Sauer, in einer Zeit vor unserem Land.

    Um mal wieder auf die Musik zurückzukommen: nichts von dem was passiert wird, ist vorher schon passiert oder wird noch mal passieren. Meine Therapeutin nennt das Surfen. Es wird laut. Es wird Techno. Es wird angriffslustig. Es wird tanzbar. Es wird hypnotisch. Es wird hässlich. Und es wird auch atemberaubend schön. Visuell wird mich mein treuer Begleiter „Wüstenfucks" unterstützen – genauso, wie Wüstenfucks akustisch unterstützen werde. Wüstenfucks werde ich später noch persönlich vorstellen.

    Ach Adolfina, ich bin zwar schon unfassbar zu alt dafür, trotzdem ist das hier die erste Party, bei der ich die Ehre habe ernsthaft mitverantwortlich zu sein. Freunde und neue Freunde einzuladen. Plakate zu drucken. Plakate aufzuhängen. Fremde Leute bei Facebook gehörig vollzuspammen. Mit großartigen Menschen über Geld, Lineups oder die feuchten Träume einer Clublandschaft von morgen zu sprechen. Schweiß und Fleiß und noch viel mehr Liebe reinzustecken. Und dafür sehr reich belohnt zu werden: indem meine Liebsten mitfiebern. Indem ich merke, wie schwer einiges ist, von dem ich es nicht erwartet habe. Indem ich sehe, dass Menschen über Land und Wasser reisen um in dieser Nacht dabei zu sein. „Because the night belongs to lovers. Because the night belongs to us." Danke!


    Seid dabei: es wird toll. 
    Es wird werbeunfreundlich.
    QUEER sind das Volk.


    REINHÖREN:


    FÜNF FRAGEN AN:
    Adolfina Fuck, Grande Dame.

    1. Welchen Beruf haben sich deine Eltern für dich vorgestellt?
    FUCK: Lehrer*in! Mach ich auch: in Adolfinas kleiner Technoschule.

    2. SMS von dir an dein 16jähriges Ich. Was steht drin?
    FUCK: Bleib bei dir. Dein Leben wird wunderbar. Verbrenn die Kontoauszüge. Behalte die Liebesbriefe. (Und besorg dir ne Zahnzusatzversicherung!!!)

    3. Was machst du anders, als andere Menschen?
    FUCK: So wie ich sein wahrscheinlich. Es bleiben im Raum: Adolfina, Matthias und die Liebe.

    4. Welchen Fehler würdest du jederzeit wieder begehen?
    FUCK: Alle. Bis auf die Frisuren.

    5. Hashtag Wiedergeburt: Wärst du lieber ein Blatt oder eine Wurzel?
    FUCK: Ein Blatt, bitte. Ich brauche Luft. Auch wenn Wurzeln länger halten.