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    Donnerstag 03.12.2020 19:30

    Klassikkampf. Ernste Musik, Bildung und Kultur für alle - WIRD NACHGEHOLT

    von und mit Berthold Seliger

    Klassikkampf. Ernste Musik, Bildung und Kultur für alle - WIRD NACHGEHOLT

    „Eines solchen Buches hat es bedurft – es empfiehlt sich zur verpflichtenden Lektüre für jeden Kulturpolitiker." (Stefan Michalzik, Frankfurter Rundschau)

    „Super Buch. Lesen Sie es. Danach hören Sie besser." (Peter Laudenbach, TIP Magazin Berlin)

    „Die Lektüre dieses Buches macht sehr glücklich." (Björn Gottstein, SWR 2)

    „Seligers ‚Klassikkampf’ ist nicht nur die Aufforderung zur Rückeroberung der Musik aus den Fängen von Konsum und Distinktionszwang, sondern auch ein leidenschaftliches Buch im doppelten Sinne: über das Schöne und das Schreckliche - was Musik verkommen und was sie erblühen lässt." (Christa Hager, Wiener Zeitung)

    Empfehlung „Musikbuch des Jahres" von Christine Lemke-Matwey in „Die Zeit"


    Auch die glamouröse Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie konnte die tiefe Krise der klassischen Musik nicht übertünchen: Sie ist im Ritual erstarrt, das Repertoire bleibt konventionell und Konzertbesuche dienen oft nur dem elitären Distinktionsbedürfnis. Unterdessen versuchen die Musikkonzerne mit Entspannungs-CDs für gestresste Manager und der cleanen Inszenierung geigender Schönheiten gegen sinkende Verkäufe anzukämpfen. Doch trotz dieser Anbiederung schreitet die Entfremdung der klassischen Musik von der Masse der Menschen immer weiter fort ‑ wer würde heute noch davon zu träumen wagen, daß die sogenannte Unterschicht ihr Glück in der Klassik finden könnte?

    Angesichts dieses Elends der Ernsten Musik fordert Berthold Seliger, „Deutschlands eloquentester Konzertagent" (Berliner Zeitung), „ein Insider, dem wir wichtige Erkenntnisse zur Funktionsweise des Musikbetriebs verdanken" (Der Standard), einen neuen Klassikkampf um die verdrängten Potenziale der Musik. Er wirft einen kenntnisreichen Blick hinter die Kulissen des heutigen Klassikbetriebs und ruft mit Verve in Erinnerung, daß die Ernste Musik entgegen der heutigen Mutlosigkeit und Verflachung eigentlich von Mozart über Beethoven bis Eisler und Abbado immer auf die Revolutionierung der Schönheit und damit auch der realen gesellschaftlichen Verhältnisse zielte; es ging um nichts weniger als um Fortschritt und Glück.

    Seliger erklärt, was es mit „Musik als Sprache, die (nicht) jeder versteht" auf sich hat, er plädiert ausdrücklich für die Trennung in Ernste und Unterhaltungsmusik (setzt sich allerdings für eine neue Kategorisierung jenseits von Klassik und Pop ein) und dafür, die Klassiker vom Podest zu holen und wieder zu nutzen, statt sie nur anzubeten. In einem ausführlichen Kapitel zur Bildung fordert er eine komplette Revidierung der neoliberalen Bildungspolitik der letzten Jahrzehnte zugunsten einer Neuorientierung an den „humanities" und vor allem auch zugunsten der „outerclass". Schließlich schildert Seliger in einem großen Kapitel zu Beethoven den Komponisten als gesellschaftliches Wesen, der auch heutigen Musiker*innen aller Sparten als Beispiel für eine Musik mit Haltung dienen kann, und erläutert das „Prinzip Dire Straits", dem er das „Prinzip Beethoven" entgegensetzt.

    Seliger fordert nichts weniger als die Rettung des revolutionären Glutkerns der „Klassik", die nur über ihre breite gesellschaftliche Wiederaneignung gelingen kann und die wie Bildung und Kultur in den letzten Jahrhunderten immer wieder aufs Neue erkämpft werden muss. So ist seine schonungslose Kritik an der gegenwärtigen Misere am Ende nichts weniger als eine flammende Liebeserklärung an die „klassische", an die Ernste Musik.

    „Warum fasziniert uns Nachgeborene der Gesang von Maria Callas bis heute ? Weil Maria Callas singt, wie Malcolm X und Martin Luther King ihre Reden hielten und Politik gemacht haben, mit Haltung, mit unbedingtem Einsatz und aus existenzieller Notwendigkeit heraus."


    Pressestimmen: „Das höchst anregende Buch zeichnet sich durch einen ungeheuer scharfen und umfassend panoramatischen Blick auf die hiesige Klassikszene aus, auf 453 stringent formulierten Seiten (...) Mit Leidenschaft und vom aufklärerischen Fortschrittsgedanken getragen, spricht er von einem Posterstar-Marketing in der „Klassik" (...)
    In seinem Plädoyer für eine tatsächliche Vielfalt jenseits der eurozentrisch geprägten Floskel von der Musik als universaler Sprache setzt sich Seliger für eine „Hörschulung" auch an Tonsystemen außereuropäischer Kulturen ein. Ein Abschnitt gilt dem „Bildungsputsch" durch ein staatlicherseits willfährig ermöglichtes „Engagement" der Wirtschaft an den Hochschulen. An denen müsse es um Freiräume gehen, nicht um „Schliff für die kapitalistische Produktion". Als „role model" für einen unabhängigen – auch von der Einflussnahme durch Sponsoren – und selbstbestimmten Künstler stellt Seliger Beethoven in den Mittelpunkt des beinahe schon ein zweites Buch bildenden finalen Teils. Er verweist auf den revolutionären Gehalt seiner Musik, den es unter der Kruste bürgerlicher Vereinnahmung freizulegen gelte. Seligers Projekt richtet sich auf eine neue Kultur im Zeichen einer gesellschaftlichen Emanzipation. So setzt er sich für die Wiederbelebung eines Studium generale ein, das Musikgeschichte und -gegenwart als obligatorisch etwa auch für Absolventen technischer Studiengänge umfasst – zur Herausbildung streitbarer Geister anstelle eines „Primats des Mehrwerts und der Nützlichkeit".
    Adorno, Benjamin, Greil Marcus und Hans Heinz Stuckenschmidt gehören zu Seligers zahlreichen Zeugen. In einer gut belegten Differenziertheit ruft er zu einer Opposition wider die vorgebliche „Alternativlosigkeit" zur Markthörigkeit auf, davon ausgehend, dass Kunst und Literatur „immer im Kampf gegen etwas stehen" (Peter Weiss). Eines solchen Buches hat es bedurft – es empfiehlt sich zur verpflichtenden Lektüre für jeden Kulturpolitiker."

    (Stefan Michalzik, Frankfurter Rundschau)

    „Weil Seliger die Musik etwas bedeutet, hasst er den Betrieb ihrer Verwertung. Darüber hat er jetzt ein ziemlich großartiges Buch geschrieben, das beste Chancen hat, zum Standardwerk zu werden: Das Äquivalent zu Diederichsens Buch über Pop-Musik, nur dass Seliger etwas klarer und analytisch, also marxistisch, argumentiert. Weil er als Konzertveranstalter den Betrieb von innen kennt, ist er über die ökonomischen Zusammenhänge bestens informiert. Seliger hat seinen Adorno gelesen, er analysiert das Marktgeschehen mit dem Instrumentarium der Kritischen Theorie. Und er weiß, dass, wer nur von Musik etwas versteht, und von allem anderen nichts, zum Beispiel von Kapitalismus, der Musikindustrie, Entfremdung und Klassikmarketing, auch von Musik nichts versteht. Super Buch. Lesen Sie es. Danach hören Sie besser."
    (Peter Laudenbach, TIP Magazin Berlin)

    *„Seligers Thesen sorgen für reichlich Diskussionsstoff."

    weitere Pressestimmen unter:
    https://www.bseliger.de/kuenstler/klassikkampf


    Berthold Seliger: Klassikkampf. Ernste Musik, Bildung und Kultur für alle Broschur, 496 Seiten, € 24.- / E-Book: € 20,99 (1.Auflage 9/2017, vergriffen; 2.Auflage 1/2018) In allen guten Buchhandlungen erhältlich.